Robert Schröfl


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Wie Mutter und ich in Klingfurth heimisch wurden.

Wir Beide waren lange Zeit in Stang bei Kirchschlag auf Sommerfrische und lernten dadurch viele Leute aus der Umgebung kennen, drunter auch einen Tischlermeister aus Gehring. Dieser erwähnte erstmals den Ort Klingfurth. Er sagte, er hat dort sein Vaterhaus und muß dorthin, um einen Brunnen zu reparieren, ob ich vielleicht mitfahren will. Ich war einverstanden und so fuhren wir am nächsten Tag zunächst nach Kuhwald, einem sehr einsamen Gasthaus, von wo ein schöner Weg durch den Wald bis nahe an das Haus führte. Dieses lag, umgeben von Wiesen und Feldern, mit weiter Fernsicht vor uns. Die Umgebung gefiel mir gleich und da ich die Absicht hatte, uns ein näheres Quartier als Stang für den Sommer zu suchen, fragte ich den Hausherrn, ob ich da eventuell einen Raum mieten könnte, da das Haus zum größten Teil leer stand. Herr Handler war einverstanden und wir vereinbarten einen monatlichen Preis von S 40,-. Der Raum war 7 x 4 m und war teilweise möbliert, was mir sehr paßte, denn ich rechnete schon damals mit einer Teilung in Zimmer und Küche. Einen Nachteil hatte die Sache, der Abort war über den Hof im Freien, doch waren wir dies von Stang schon gewohnt.

So kündigten wir schweren Herzens in Stang. Wir hatten ja hier die Kriegsjahre verlebt und liebe und hilfsbereite Menschen gefunden.

Am 1.Juni 1951 zogen wir vom Albertplatz nach Klingfurth. Ein Freund Fredis besorgte einen Kastenwagen (Silberfuchs genannt). Darin wurden alle Gegenstände, die zur Not erforderlich waren, verladen. Mutter und Fredi fuhren auf dem Motorrad, die beiden Störs, der Chauffeur und ich im Kastenwagen. Beim Kuhwald wurde ausgeladen, es war doch eine ganze Menge zusammengekommen. Es muß ein lustiger Anblick gewesen sein, als wir der Reihe nach durch den Wald marschierten. Fredis Freund, ein robuster Mann, hatte einen Teppich um den Hals, in der einen Hand unsere Pendeluhr, in der anderen Kochgeschirr. Auch wir anderen hatten alle Hände voll mit diversen Gebrauchsgegenständen. Da das Haus versperrt war, lagerten wir im Hof, im damals noch hohen Gras. Als später der Hausherr ankam, machte er große Augen, denn er dachte, daß wir alle zusammengehören. Das war unser Einzug.

Als Mieter lebte hier noch eine Familie Plochberger, noch jung verheiratet, mit einem acht Monate alten Mäderl (Hermi).

Das Haus selbst gehörte zu einer Ansiedlung, den „Grubenhäusern“. Der Name stammt von einem Kohlenbergwerk, im vorigen Jahrhundert oder noch früher erbaut, das aber stillgelegt wurde, weil es unrentabel war. Kohlenstücke und Staub finden sich noch im Gelände der Grubenhäuser. Diese sind ein Teil von Klingfurth, aber etwa 1/2 Stunde vom Ort entfernt. 1951 bestand die Ansiedlung aus 7 Häusern, verstreut im Umkreis von etwa 500 Metern. Sie war bereits an eine elektrische Leitung angeschlossen, die in sehr langer Leitung vom Geiereck herabgeführt wurde. Das war ein Vorzug, da der Ort selbst erst nach Jahren Strom bekam und sich bis dahin mit Petroleumbeleuchtung begnügen mußte. Die Ansässigen der Grubenhäuser waren meist Kleinbauern, mit geringem Besitz und Viehbestand. Eine Ausnahme machte der Lehrbauernhof mit großem Feld- und Waldeigentum.

Nachdem wir uns, Mutter und ich, soweit dies möglich war, häuslich eingerichtet hatten, schauten wir uns in der Umgebung um und fingen an, Ausflüge zu machen. Da uns aber die Wege fremd waren, benannten wir diese auf unsere Weise. So gab es zum Beispiel einen langen Weg, einen ganz langen Weg, zweimal übers Bacherl, die Wildnis, zum Steinbruch, beim 15er Kilometerstein, zum Angerl - und dergleichen. Der schönste Ausblick war von der Lehrbauer-Leiten: vom Anninger und Eisernen Tor entlang des Gebirges bis zum Wechsel.

Wir verbrachten schöne und ruhige Tage während unseres ersten Urlaubes, es gab noch keine Traktoren, nur Pferde- und Ochsengespanne.

Die Grubenhäuser liegen ca. 150 Meter höher als Klingfurth, wir waren auch dort schon. Der Ort liegt in einem schönen Tal rundum von Bergen umgeben, von denen Gräben bis zu den Höhen aufsteigen.

Vom Ort führt bis zu den Grubenhäusern ein als Gemeindeweg bezeichneter sehr schlechter Karrenweg von etwa 2 Kilometern. Anfangs über einen steilen Rücken, dann an einem großen Steinblock und einer Biegung - der Reith - vorbei, bis nahe zum Hohlweg, vorher aber nach rechts zum Lehrbauernhof. Über diesen miserablen Weg spielte sich der spärliche Verkehr ab. Kranke und Sieche mußten mit Leiterwagen zu Tal gebracht werden und selbst für Begräbnisse gab es keine andere Möglichkeit.

Von Herrn Sinabell (Lehrbauer) erfuhr ich, daß schon während des Krieges geplant war, den Gemeindeweg durch eine befahrbare Straße zu ersetzen. Damals wäre die Straße wohl mit anderen Mitteln gemacht worden und die Trasse wahrscheinlich anders verlaufen. Dies waren Planungen, die mit dem Kriege auch ein Ende hatten. Aber auch nachher wurde der Plan nie aus den Augen gelassen und als sich die behördlichen Stellen wieder zusammengefunden hatten, wurde die Sache als dringend wieder hervorgeholt. Es ist verständlich, daß Herr Sinabell das größte Interesse zeigte, da sein Hof am weitesten von Klingfurth entfernt lag. So bemühte er sich vor allem, alle, die an der Straße interessiert sind, zusammenzuführen. Das waren alle, mit 3 Ausnahmen. Weiters mußten die Bauern, die in Klingfurth wohnten, ihre Felder aber im Bereich der Grubenhäuser hatten, von den Vorteilen einer Straße für die diversen Feldarbeiten überzeugt werden. Auch das gelang, wohl mit Widerständen und Ausflüchten. So fand sich schließlich eine Interessengemeinschaft für den Bau einer Straße zusammen. Mit den Beziehungen des Herrn Sinabell zu den Behörden wurde 1956 bei der Landwirtschaftskammer für einen Forstaufschließungsweg (Fages-Weg) um eine Subvention angesucht, die später in der Höhe von 50 % auch gewährt wurde. In der vorgelegten Trassierung war die Abkürzung vom Hasendorfer zum Lehrbauerhof bereits enthalten.

Die Bauzeit der Fagesstraße war vom Juni 1958 bis Juli 1960. Obmann und federführend war während der Bauzeit und darüber hinaus bis 1965 Herr Sinabell. Die Kollaudierung fand am 14.August 1962 statt.

Die Kosten betrugen einschließlich der Subvention und Gemeinde S 203.525,50 und mußten von der Interessengemeinschaft getragen werden. Eine Aufteilung auf die einzelnen Mitglieder erfolgte je nach der Größe der Liegenschaften; das gleiche galt für die Instandhaltung der Straße.

Im September 1962 gelang es Herrn Sinabell von der Landwirtschaftskammer eine zusätzliche Subvention von 10.000 S zu erhalten, welche teils für eine neuerliche Beschüttung der Straße, teils für Ausbesserungsarbeiten der durch Unwetter beschädigten Stellen verwendet wurde.

Im Jänner 1965 wurde mir die Stelle des Obmannes übergeben und damit auch die Sorge für die Durchführung der Instandhaltungsarbeiten, wie Reinigung der Wasserspulen, der Abflußrohre, die Verteilung des Bruchschotters auf den beschädigten Stellen der Straße, Reinigung der Gräben, Sandeln bei Frost u.dergl. Diese Arbeiten wurden ohne Anstand bis Feber 1967 durchgeführt, von da ab übernahm die Gemeinde die Straße zur Gänze, „wie jeder andere Gemeindeweg“. Ab 1968 übernahm Herr Kornfeld Roman sen. die Obmannsstelle.

Eine Asphaltierung der Straße erfolgte erst 1970 unter Leitung des Herrn Sinabell, geschätzte Kosten S 357.000.

Nun aber wieder zurück zu unserem ersten Urlaub in Klingfurth. Dieser verlief zu unserer vollsten Zufriedenheit. Wir hatten die dreijährige Lisl und die elfjährige Erika Stör bei uns und erfreuten uns an der Gegend, an den Kindern und an allem.

Im Oktober 1951 kam als Pächter die Familie Schwarz mit einem zehn- und einem zweijährigen Sohn, denn es gab in der Wirtschaft eine Menge zu machen. Nun, da für den Pächter die größere Wohnung gebraucht wurde, mußte die Familie Plochberger in die kleinere Wohnung umziehen. Der Pächter brachte eine Kuh, eine Ziege und diverse Hasen mit, da mußten vor allem die Ställe hergerichtet werden. Nach und nach wurde der Kuhstall und der Schweinestall betoniert. Auch für die Ziege mußte im Kuhstall Platz geschaffen werden. Die Bäume mußten geschnitten werden u.dgl. Arbeiten mehr.

Aber Mutter und ich waren auch nicht untätig. Für uns war es wichtig, das Zimmer in einen halbwegs wohnlichen Zustand zu bringen und wir verbrachten manches Wochenende damit, Sachen, die am Albertplatz nicht gebraucht wurden, über den Kuhwald nach Klingfurth zu bringen. Meist fuhren wir mit der ersten Elektrischen von Wien ab, um den ersten Autobus ab Wiener Neustadt noch zu erreichen.

1954 wurde unser großer Raum vom Hausherrn in Zimmer und Küche geteilt, und nun gab es für mich eine Menge Arbeit. Ich fertigte für das Zimmer eine Eckbank an, machte Wandverkleidungen, dann einen Kasten für das Kochgeschirr und im Laufe der Jahre verschiedene Wandkasteln für Teller und Häferln.

1952 und 1953 erhielten die Familien Plochberger und Schwarz Zuwachs. 1952 wurde Mizzi, 1953 Fritzi geboren, zusammen waren wir also elf Personen.

Durch den Umstand, daß Mutter eine Kur in Schallerbach machte, wurde die Wohnung vorübergehend frei und Trude konnte mit Fritz und den Kindern Dieter und Werner in dieser Zeit und auch in den nächsten Jahren (bis 1960) den Urlaub hier verbringen.

1953 ließ Herr Schwarz den elektrichen Strom an das Haus anschließen, auch ein Fortschritt, bisher hatten wir nur Petroleumbeleuchtung.

Unserer Schwiegertochter Maria gefiel Klingfurth nicht, es war ihr zu einsam und zu ländlich. Mutter und ich aber waren mit Klingfurth sehr zufrieden und es waren die Jahre 1955 auch die ruhigsten. Zu Weihnachten erfuhren wir von Roberts Scheidung von Maria. Christa blieb bei ihrer Mutter.

1957 ging ich in Pension. Dabei kamen mir als Übergang die landwirtschaftlichen Arbeiten sehr gelegen. Da gab es Kuh- und Schweinestall auszumisten, Obst ernten und pressen u.s.w.

Im gleichen Jahr kam Herr Plochberger bei einem Motorradunfall ums Leben und ließ die Frau mit den zwei Mädeln zurück. Das gab für uns Probleme, denn sie ging oft zu den Bauern arbeiten und kam meistens spät nach Hause, so daß die Kinder allein, entweder bei Schwarz oder bei uns waren. Hermi ging schon in die Schule, damals noch bis Hochwolkersdorf. Alle Kinder von den Grubenhäusern hatten es nicht leicht, bei jedem Wetter die eine bis eineinhalb Stunden dahin zu kommen. Im allgemeinen waren die Mädeln brav, sie kamen nach der Schule bald nach Hause, machten nach dem Essen gleich ihre Aufgaben, grüßten anständig, wir hatten keine Schwierigkeiten. So wie mit den Schwarz-Kindern lernte ich auch mit ihnen während der ganzen Schulzeit und freute mich schließlich bei ihrem Austritt aus der Schule, daß sie beide ein befriedigendes Zeugnis hatten, was bei Landkindern ungleich schwerer ist.

Nun fing auch in der Landwirtschaft das Maschinenzeitalter an und man hörte allerorts Traktoren.

1957 heiratete Robert eine Geschäftskollegin, Lisl. 1960 war reich an Ereignissen. Herr Schwarz hatte die Gelegenheit, in Schwarzau einen schon umzäunten Grund samt Hütte günstig zu kaufen und trat per 1.Juni von der Pacht zurück.

Nach einigen Besprechungen mit Herrn Handler, Robert, Werner und mir kamen wir überein, die Pacht selbst zu übernehmen zu den Bedingungen: Herr Handler verpachtet seine Liegenschaft ohne Acker auf 15 Jahre zu einem jährlichen Pachtzins von S 2000.- und stellt dafür alle schadhaften Fenster, Türen einschließlich eines Haustores her. Dafür wird von uns gemacht: Abort mit Senkgrube, Waschraum mit Dusche, eine Hauswasseranlage, der große Herd und der Backofen wird von uns abgetragen.

Ab meiner Pensionierung bis 1960 waren Mutter und ich nur fallweise in Klingfurth, danach aber war für die nun anfallenden Arbeiten zu sorgen. Werner war mit bei der Besorgung von Baumaterial und Ziegeln behilflich. Als Maurer hatten wir Herrn Karner, ein manchmal schwieriger aber sehr tüchtiger Mann, als Helfer teilweise Herrn Kornfeld Fritz. Wenn es die Arbeit erforderte, wurde manchmal bis spät in die Nacht gearbeitet, da ließ Herr Karner nicht nach, der immer der Treibende war. Als Installateur hatten wir Herrn Grill aus Wiener Neustadt für die Wasseranlage. Damals war es noch üblich, für Jause und Mittagessen zu sorgen und Mutter hatte vollauf zu tun, um alle zu befriedigen.

Es war gut, daß Trudes Buben in dieser Zeit hier waren, sie haben beim Abtragen des Herdes und des Backofens und beim Graben der Senkgrube tüchtig geholfen. Bei dieser Arbeit waren alle beteiligt. Werner und Gerti, Robert und Trudes Buben, ich und selbstverständlich auch Herr Karner als Hauptperson. In der Zeit gab es noch wenig Betonmischmaschinen, es mußte alles händisch gemacht werden. Die Arbeiten verliefen verhältnismäßig reibungslos. Im gleichen Jahr war der Vorbau mit Klo, Badezimmer und Verputz fertig, die Hauswasseranlage samt den Auslässen und der Elektrospeicher waren montiert, das Austauschen der schadhaften Fenster und Türen wurde auf 1961 verschoben.

Am 15.Feber 1961 wurde Pauli geboren.

Die noch verbleibenden Arbeiten wurden im gleichen Jahr zur Gänze erledigt. Bis dahin hatten die Frauen ihre Wäsche auf übliche Weise mit Waschtrog und Rumpel am Brunnen gewaschen. Nun, da ein Wasserauslaß im früheren Schweinestall vorhanden war, war das Waschen schon leichter. Eine Änderung des Schweinestalles in eine Waschküche war daher dringend, sie erfolgte im nächsten Jahr.

Bei dieser Änderung hätte es bald ein Unglück gegeben. Mutter stürzte von einer schadhaften Stelle des Dachboden auf den betonierten Fußboden im Schweinestall. Sie mußte auf Anraten des Arztes zwei Wochen im Bett bleiben, doch außer heftigen Rippenschmerzen ging alles Gott sei Dank gut vorbei. Der Sturz hätte unabsehbare Folgen haben können.

Die nächsten Arbeiten waren das Abtragen des Brunnens samt den Rohren. Dabei hat uns wieder Herr Karner viel geholfen. Überhaupt hat er keine Arbeit, was auch immer war, gescheut.

Das Jahr 1962 war verhältnismäßig ruhig. An den Fenstern waren noch Arbeiten, die Waschküche mußte fertig werden, es gab schon noch Arbeiten, der Stiegenaufgang war noch provisorisch u.dgl. Im Großen und Ganzen aber waren alle Änderungen, zu denen wir verpflichtet waren, erledigt.

1963 galt es zu entscheiden ob wir die Pacht weiterführen sollen, oder ob Lisl, die nach ihrem verstorbenen Vater einen größeren Betrag erbte, vielleicht die ganze Liegenschaft kaufen soll. Nach einer Wertschätzung und Verhandlungen mit Herrn Handler, entschied sich Lisl für den Kauf.

Nun fingen erst die größeren Arbeiten am. Vor allem war es nötig, den Dachboden, der nur eine Aufschüttung mit Sand oder anderem Mist hatte, zu betonieren, eine Arbeit mit einem Risiko, weil die darunterliegenden Räume nicht unterstützt waren. Ferner war der Stiegenaufgang zum Dachboden schadhaft und mußte dringend erneuert werden.

Der nördlich gelegene Teil des Dachbodens wurde für ein großes Zimmer ausgebaut (Omamazimmer). Dazu mußte auf der Nordwand für ein dreiteiliges Fenster ausgebrochen werden. Auch wurden die Wände aufgestellt, verputzt und installiert.

Die Wände des Schuppens waren durchwegs aus Holzbrettern. 1964/65 wurden diese durch Mauern ersetzt und auf der Vorderseite wurden je zwei Türen und Fenster eingebaut.

Wie schon früher erwähnt, hatten die Grubenhäuser schon bei unserem Kommen elektrischen Strom, doch mit dem Nachteil, daß durch die lange Zuleitung vom Fernblick die Spannung manchmal bis 180 Volt und darunter sank, wenn vor uns größere Abnahmen waren. Unter Anführung dieser Mängel verfaßte ich ein Schreiben, das durch die Vermittlung des Herrn Sinabell an die NEWAG geleitet wurde. Daraufhin entschied sich die NEWAG, für die Grubenhäuser eine eigene Trafostation zu errichten, die an die Hochspannung für Klingfurth angeschlossen wurde.

1964 wurde Gretel geboren.

1970 fand die Asphaltierung der Straße unter der Aufsicht des Herrn Sinabell statt.

In den folgenden Jahren, besonders in der kalten Zeit, machte sich doch die Feuchtigkeit der Steinmauern fühlbar und Robert und Lisl erwägten 1974, eine Trockenlegung durch Anbringung eines Thermoverputzes machen zu lassen. Dazu aber war eine gänzliche Entfernung des Außen- und Innenverputzes am Haus notwendig.

Während dieser Arbeiten konnten wir und Frau Plochberger nicht im Haus bleiben. Wir zogen zu Kornfelds und Frau Plochberger zu Mayerhofers. Beinahe beim letzten der bereits abgeklopften Räume zeigte sich, daß die Balken ober der Decke vermodert waren und jedenfalls hätten ausgetauscht werden müssen. Nun galt es rasch zu entscheiden, ob sich der Austausch überhaupt lohnt oder ob Lisl und Robert es sich doch noch überlegen sollten, den südlich gelegenen Teil des Hauses, etwa zwei Drittel, neu aufzubauen. Beide entschlossen sich für den Neubau, mit Zuhilfenahme des Baumeisters Hammer.

Vorher habe ich noch nachzutragen:

1964: An Stelle des schon sehr desolaten Schuppens mit der alten Presse wurde eine Werkstätte gebaut, die komplett installiert und mit allen erforderlichen Werkzeugen, Motoren versehen war. Leider ist aber im Laufe der Zeit so eine Unordnung entstanden, daß ich die Werkstätte am besten meide.

1968/69 wurde die Garage gebaut.

1971 fanden Besprechungen wegen Errichtung von Telefonen für die Grubenhäuser statt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, es wollte niemand die „Öffentliche“ übernehmen, kam es doch zu einer Einigung. Über Vorschlag des Herrn Sinabell wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, da die Post nur die Leitung für das öffentliche Telefon zur Verfügung stellte und für die Zuleitung zu den einzelnen Teilnehmern Kosten für die Kabel aufliefen, die gemeinsam zu tragen waren. Die erforderlichen Kabel besorgte ich nach einer mit Herrn Sinabell erfolgten Vermessung.

1972 wurde von der Post die „Öffentliche“ aufgestellt.

1974 erhielten wir das Telefon, gerade recht, da zur gleichen Zeit der Umbau unseres Hauses begann.

Der Umbau ging rasch vor sich, er dauerte nicht ganz drei Monate und es ist der Initiative und im Besonderen der richtigen Einteilung Roberts zu verdanken, daß Mutter und ich schon Mitte Oktober in unsere neue Wohnung einziehen konnten.

Anläßlich der Auflassung unserer Wiener Wohnung erfuhr ich am Gemeindeamt, daß Mutter und ich schon seit dem Jahre 1969 eingemeindet sind und daß wir uns schon lange als Klingfurther hätten betrachten können.


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