Grete Schröfl - Robert Schröfl: Korrespondenz


[nach oben] [Lebenslauf] [Urlaube] [1920] [1921] [1923] [1925] [1926] [1928] [1929] [1930] [1931] [1932] [1934] [1935] [1936] [1937] [1938] [1939] [1940] [1941] [1942]


Wien, den 12.8.1941

Liebstes!

Trudel ist eben vom Marillen-Einkochen fortgegangen. Diese wurden erst diese Woche reif und Fredy holte sie gestern von Stör. Es wurden 17 Gläser. Die Himbeeren erledigte ich gestern. 13 Gläser, doch hat mir Trude eines abgebettelt, so daß uns noch 12 Gläser bleiben. Der Zucker ist jedoch auch aufgegangen, auch die 2.7 kg auf den Zuckerkarten, so daß ich Dir keinen schicken kann. Oder ist etwa auf den Marmeladekarten noch einer zu holen? Diese Karten kann ich nicht finden, schreibe mir, wo diese stecken.

Meine Fahrt ging leidlich gut. Der Weg von Bromberg nach Erlach ist für die Rückfahrt gut. Zwar muß man in Bromberg etwa 20 Minuten bergauf gehen, doch dann geht es herunter bis Erlach. Umgekehrt ist der Weg nicht ratsam. Auf der Bahn sagte man mir, daß es unbestimmt wäre, ob das Rad mit dem Zug mitgenommen werden würde, eventuell müßte es dann mit dem nächsten oder morgigen Zug nachgesendet werden. Schließlich war für das Rad doch Platz, doch sonst war der Zug gesteckt voll, so daß ich bis Meidling stehen mußte. Überdies bekamen wir ab Wiener Neustadt eine Verspätung von einer Stunde. Die Schwammerln habe ich gleich bei Großmama abgegeben, am nächsten Morgen die für Frau Waller. Es ist vielleicht doch möglich, daß Fr. Waller auf etwa 8 Tage nach Stang kommt. H. W. hat ihr diese Erlaubnis schon gegeben. Heute habe ich sie nicht gesehen, morgen werde ich erfahren, ob sie kommt. Zuhause war alles in Ordnung, auch aufgeräumt. Von Trude erfuhr ich, daß Fredy drei Tage brauchte, bis er die Wirtschaft auf gleich brachte.

Fredy geht es in der Montageabteilung sehr gut, nur muß er mittags im Gasthaus essen, was sich natürlich teuer stellt. Ca. 1 Mark. Er ist heute baden.

Daheim habe ich erst gesehen, daß ich der Frau Beisteiner die Marken von Woche III abgegeben habe. es war aber möglich, bei Waculik die Marken von Woche I gutschreiben zu lassen.

Frau Waculik schrieb von Salzburg eine Karte mit Urlaubsgrüßen.

Den Film mit den Aufnahmen vom Tiergarten und Belgrad habe ich schon bekommen. Leider sind die Wildschweinaufnahmen nicht gelungen, da Fredy für Aufnahmen aus freier Hand zu lang belichtete. Die Bilder sind dunkel und unscharf. Die Gruppenaufnahmen von euch allen sind jedoch gut, ebenso die Aufnahmen von Belgrad. Den neuen Film schickte ich gestern ab und bin schon neugierig auf ihn.

Nach Belgrad werde ich voraussichtlich in den nächsten Tagen nicht fahren, es wird wohl Ende August werden. Ich habe schon erwogen, am Sonntag nach Stang zu fahren, doch denke ich, daß dies verhältnismäßig teuer ist. Es kostet von Erlach RM 2.80 mit Rad, das sind RM 5.60 und 1 RM bei Rasner, für einen halben Tag ist das sehr viel. Ich werde daher wahrscheinlich zu Stör, vielleicht schon Samstag, fahren. Die Marillen kosteten RM 8.- und waren 9 kg, die RM 3.- für die Ribisel waren richtig.

Kleine Batterien sind derzeit nicht zu haben, eine große Batterie bekam ich zu Rpf 25. Die Kinderbeihilfe ist auch gekommen.

Ein Fräulein aus unserem Büro sucht für Ende September für 8 Tage für sich und die Eltern Quartier mit Verpflegung. Bitte frage Rasners, bzw. Beisteiners, ob sie eventuell vermieten bzw. verpflegen. Nachtmahl wäre erwünscht. Besondere Ansprüche werden nicht gestellt.

Nun, noch was. Wir haben hier 4 Stück verchromte gute Messer, vielleicht war es doch ein Irrtum, daß Du zwei Stück in Stang hattest, da wir ja insgesamt nur 6 Stück hatten. Eier bekommen wir 2 Stück pro Karte. Das Paket sende ich später, damit Du auf den Brief nicht zu lange warten mußt.

Viele heiße Busserln

Dein Robert


[nach oben] [Lebenslauf] [Urlaube] [1920] [1921] [1923] [1925] [1926] [1928] [1929] [1930] [1931] [1932] [1934] [1935] [1936] [1937] [1938] [1939] [1940] [1941] [1942]




Wir freuen uns über Ihre Kommentare, bitte senden Sie sie an Paul Schröfl (pauli schroefl.com). Die Benutzung dieser Web Site basiert auf unseren Benutzungsbedingungen. © 1990 - 2017 Paul Schröfl, Lisl Schröfl, alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderungen am 25. Jänner 2012