Grete Schröfl


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Klingfurth, 24. Sept.1979

Liebe Kinder, Enkel, Urenkel und andere Verwandte!

Übermorgen wird es ein Jahr, daß wir die Asche meines lieben guten Mannes in die Erde versenkten. HĂ€tte ich mit ihm zugleich gehen können, wĂ€r’ mein Herz nicht so schwer.

Nun habe ich in letzter Zeit sowohl die Aufzeichnungen ĂŒber sein Leben als auch unsere Korrespondenz von 1914 (erster Brief aus Konstantinopel) bis 1942 gelesen und weitgehend geordnet. Es war ein Leben voll Liebe, Sehnsucht, Freude, aber auch Kummer und Sorge. ’s ist wahrscheinlich in jedem Leben so, doch gilt einem das eigene Dasein naturgemĂ€ĂŸ wichtiger als das anderer.

Nun eine kurze Beschreibung meines Lebens.

1895 als sechstes Kind meiner Eltern, Josef Berr und Anna MĂŒhlhofer, war ich als „sogenannt ledig“ geboren. Dies deshalb, weil mein Vater geschieden war, und in Österreich eine Zivilehe nicht möglich war.

Mutter war die Tochter eines im Ternitzer Stahlwerk beschĂ€ftigten Schmiedes, Vater der Sohn des Neunkirchner Arztes Josef Berr. Bin also eine Mischung aus Intelligenz und Arbeitskraft. Geboren wurde ich am Einsiedlerplatz, von dort zogen wir in die Diehlgasse, Embelgasse, Bienengasse und endlich in die Gumpendorferstraße.

Meine erste Erinnerung: Ich sitze in einem Bankerl in einer SĂ€uglingsbewahranstalt im Freihaus und schreie furchtbar. Mutter war der tristen UmstĂ€nde halber gezwungen, in der Hochschule fĂŒr Bodenkultur als Reinigungsfrau zu arbeiten. Vater ging es damals gesundheitlich schon sehr schlecht. Er litt an starken Kopf- und Kreuzschmerzen. Vorher war mein Vater, als gelernter Kaufmann, Vertreter einiger Großfirmen; er fuhr mit Pferden und Wagen in Österreichs StĂ€dten herum, hatte 10 Gulden DiĂ€ten und 1 Gulden fĂŒr die Pferde. Mutter bekam das Gehalt. Auch machte Vater eine Erfindung: eine Mischung von SĂ€gespĂ€nen und anderen Ingredienzien, womit man sowohl Fußböden wie auch Tischplatten machen konnte; wir hatten selbst noch so eine daheim. Meine Eltern waren damals gut gestellt, hatten ein Haus in Ternitz, mein Vater hielt sich Hunde, HĂŒhner und auch Pfauen. Nun aber konnte er die Arbeit nicht mehr leisten und als Mutter mit ihm beim Arzt war, schickte man sie zum Polizeiarzt. Da es Vater bei der Untersuchung nicht möglich war, „dritte reitende Artilleriebrigade“ zu wiederholen, transportierte man ihn in die Irrenanstalt nach Klosterneuburg (Martinstraße). Mutters Leid und Kummer kann ich mir nur vorstellen. Mein Bruder Franz war 16, meine Schwester Valerie 13 und ich zweieinhalb Jahre alt.

Meine Mutter, die ja keinen Beruf erlernt hatte, mußte nun mĂŒhsam anfangen nĂ€hen zu lernen, um uns Kinder durchzubringen. UnterstĂŒtzung gab es damals ja in keiner Form. Es gab bittere Not. Mit 17 Jahren maturierte mein Bruder und trug fortan durch Stundengeben zum Unterhalt bei. Im Feber 1901 starb mein Vater. Mein Bruder war 1899 schon durch Entbehrung und das viele Zeichnen (er studierte Hoch- und Tiefbau an der Technik) lungenkrank geworden. Er starb am 16.2.1905 im Alter von 22 Jahren.

8 Tage spĂ€ter, am 23. Feber, kam das erste Kind meiner Schwester zur Welt. UnaufgeklĂ€rt, wie man in der damaligen Zeit wohl allgemein aufwuchs, war sie einem jungen Professor der Handelsakademie zum Opfer gefallen. In der Aufregung um meinen Bruder aber kam das Kind um 3 Monate zu frĂŒh. Daß es trotzdem am Leben blieb, war Mutter zu verdanken, die das Baby mit heißen nassen TĂŒchern neben dem Kachelofen ausbrĂŒtete. Nun ist Hansi, das Kind, auch schon 74 Jahre alt.

Unser Leben war inzwischen weitergegangen, Mutters Kenntnisse im NĂ€hen hatten sich vervollkommnet. Valerie mußte fleißig mitarbeiten und auch ich mußte schon liefern gehen oder auch mit zwei großen Kartons auf dem Bock des Stellwagens fahren. Das hat mich ja gefreut. Ja, zur ErklĂ€rung fĂŒr die Nachgeborenen: Ein Stellwagen war ein Pferdewagen Ă€hnlich den alten Postkutschen, aber nur fĂŒr die Stadt bestimmt; es gab natĂŒrlich Haltestellen, wie bei der Straßenbahn. Bei jedem steileren StraßenhĂŒgel stand unten ein Mann mit einem Pferd zum Vorspannen, oben wurde wieder ausgespannt und das Pferd hinuntergefĂŒhrt bis der nĂ€chste Wagen kam. FĂŒr mich war es natĂŒrlich lustig, oben auf dem Bock zu sitzen. In den Wagen durfte ich wegen der Kartons nicht hinein.

Weniger lustig war es schon fĂŒr mich, damals 10jĂ€hrigem MĂ€del, wenn ich zweimal wöchentlich um 4 Uhr frĂŒh geweckt wurde, um 60 bis 80 StĂŒck Blusen, die Mutter nachts gebĂŒgelt hatte und die in Reih’ und Glied an einer Schnur hingen, zuzuknöpfen. Je 3 Kragenhafteln, 6 verdeckte Knöpfe, ein oder zwei Schlußhafteln. Aber meine kleinen Finger konnten das besser als die der Erwachsenen.

Etwas spĂ€ter wurde mein schulischer Fortgang durch andere Hilfsarbeiten reduziert. Ich hatte die Volksschule mit durchwegs sehr gut abgeschlossen, ging aber durch die BĂŒrgerschule nur mehr im oberen Drittel des Durchschnitts. Meist war es allerdings nur Schreiben, Zeichnen und Äußere Form, die mir die 3er einbrachten. An und fĂŒr sich machte mir das Lernen immer Freude, was sich auch spĂ€ter auswirkte. Ich hatte ja keine weitere Schulung, da es Mutter gar nicht einfiel, mich als LehrmĂ€dchen eintragen zu lassen. So machte ich ab meinem 17 Jahr allerlei Kurse im Arbeiterbildungsverein. Wir waren in der Zeit schon in der Gumpendorferstraße und der Verein befand sich ganz in der NĂ€he. Dort nahm ich Kurse in Englisch, Französisch, Stenographie, Wirtschaftsgeschichte, Volkswirtschaftslehre, Architektur u.a.m. Auch tanzen lernte ich dort und nur den Kurs in Rhetorik habe ich in dem Moment aufgegeben, als ich „sprechen“ sollte.

In der Zwischenzeit, ich war cca. 14 Jahre, besuchten uns zwei Missionare der „Mormonen, Heilige der letzten Tage“ und ungefĂ€hr 1 Jahr spĂ€ter, am 24. April 1910 wurde ich, gleich meiner Schwester, in der Alten Donau durch Untertauchen getauft und so ein Mitglied der Kirche. Ich war ein eifriges Mitglied und hatte viel Freude daran, besonders an Chor- und Bibelstunden. Auch wurden einmal monatlich VergnĂŒgungsabende mit Programm und anschließendem Tanz abgehalten. Zum Programm trugen meine Schwester und ich durch Gesangsduette bei. Es war fĂŒr mich eine schöne Zeit. 1911 im Herbst kamen sowohl die Schwestern Dont wie auch mein spĂ€terer Mann, Robert Schröfl, zur Kirche.

Lina Dont war bei ihren Großeltern in Baden-Baden aufgewachsen und wohl gerade deswegen ein Fremdkörper in unserer Gemeinde. Niemandem von uns war sie sympathisch. Umsomehr war man ĂŒberrascht zu erfahren, daß Robert Schröfl sich mit Lina verlobt hatte. Robert war ja allgemein beliebt, ein Jemand, von dem man, nach seinen Möglichkeiten, alles haben konnte.

Nun, auch ich war enttĂ€uscht, denn auch mir war er lieb geworden. Aber von nun an scheute ich es nicht mehr, von den Bibelstunden mit ihm nach Hause zu gehen. Da ich mehr oder weniger ohne MĂ€nner aufgewachsen war, war ja der Mann fĂŒr mich ein Fremdling, und ich konnte nur mit ihm sprechen und ein wenig aus mir herausgehen, wenn er in festen HĂ€nden war. So wurden wir, Robert und ich, nĂ€her bekannt. Es war eine richtige Freundschaft geworden.

1914 war Robert von der Firma aus in Konstantinopel und nach kurzer Zeit waren Lina, spÀter auch Emmy, nachgefahren. Sie hatten dort einen Posten angetreten. Bei mir aber war der erste Brief meiner, nein, unserer gesammelten Briefe - aus Cospoli.

Bei uns daheim war mittlerweile ein kleiner Bub angekommen; der kleine Fredy, geb.3. VI.1912. Meine Schwester war wieder so vertrauensselig gewesen und hatte sich einem Mann hingegeben, der ihr nicht gesagt hatte, daß er verheiratet war. Er war Architekt, Schriftsteller und Redakteur, die Redaktion das Liebesnest. Trotzdem meine Mutter sehr bös war, wurde das Kind natĂŒrlich liebevollst aufgenommen.

In diese Zeit fĂ€llt meine Ă€rgste Lesewut. Gelesen wurde in meiner Familie immer sehr gerne. Aber nun kam noch dazu, daß meine Schwester die ganze Nacht eine brennende Petroleumlampe auf dem Nachtkastel hatte, ich aber mit dem Kopf just davor lag. Wurde nun der Kleine munter und dadurch auch meine Schwester, lag das Buch natĂŒrlich unter der Decke und ich mit geschlossenen Augen, sonst las ich die ganze Nacht, beim Ausziehen und beim Anziehen. Im Arbeiterbildungsverein war ja so eine schöne Bibliothek.

Es kam der Juni, dann der Juli 1914, der Krieg brach aus und Robert mußte heimkommen, um sich beim MilitĂ€r zu melden. Gleich bei der ersten Musterung wurde er noch nicht genommen, aber er war daheim und er kam zu uns. Fast tĂ€glich machten wir einen Abendspaziergang, trotzdem nun auch Lina schon in Wien war. Aber sie war ja in Stellung. FĂŒr mich war Robert immer noch tabu, aber ich hatte ihn immer lieber.

Am 2. Oktober wurde Robert tauglich erklĂ€rt und am 19. November mußte er einrĂŒcken. Den Abend vorher war Robert noch bei mir und begleitete mich zum Kino, wo es den „Pfarrer von Kirchfeld“ gab. In der Capistrangasse nahmen wir Abschied und ich war froh, daß ich des traurigen StĂŒckes wegen weinen durfte, ohne auf der Straße oder daheim bei Mutter allzuviel aufzufallen.

Wir sahen einander nicht wieder bis zum 5. Sept.1920.

Bei uns daheim war es kaum verĂ€ndert, Arbeit und Sorge, manchmal Mißstimmung zwischen Valerie und Mutter, im Großen aber Friede und Freude an den Kindern, besonders an dem kleinen Fredy, der ein besonders liebes Kind war. Valerie wollte nun heiraten. Der Bruder meiner Freundin Mitzi hĂ€tte sie gern zur Frau gehabt; als es aber zum Aufgebot kam, hat sie sich trotz der neuerlichen Schwangerschaft geweigert. Ein so lieber Kerl Hans war, wenn Auszahlung war, ging er trinken, und da er ihr an Intelligenz und Bildung weit unterlegen war, konnte sie das gar nicht ertragen.

Als Trude am 30. April 1915 geboren war, war Hans nur mehr ein oder zweimal bei uns, dann hörten wir nur mehr durch Leute von der Gasse, daß er bitterlich klagend unten vor unseren Fenstern stand - dann war er verschwunden. Auch die MilitĂ€rpolizei hat ihn nicht gefunden.

UngefĂ€hr zu Ostern 1916 wurde Fredy krank. Ein furchtbares Leiden: Knochentuberkulose. Ich schickte Mutter, die sehr hustete, nach Ternitz zu ihrer Schwester, den Buben natĂŒrlich mit. Im Mai erkrankte Valerie (sie war seit Trudes Geburt nicht recht gesund gewesen) an Wassersucht. Der Arzt gab ihr irgendein ganz gefĂ€hrliches Gift mit dem Bemerken: „Das Wasser geht in zwei Tagen weg, aber zu leben haben Sie nur mehr ein halbes Jahr.“ Sie starb auch pĂŒnktlich im Oktober unter furchtbaren Schmerzen. Nach den heute bekannten Fakten nehme ich eher an, an Krebs, als an Tuberkulose. In der Zeit ihrer Krankheit trĂ€umte sie von einem Engel, der ihr sagte: „Nur eine kurze Spanne Zeit, gemessen mit dem Maß der Ewigkeit.“ Sie war zufrieden, es zu wissen.

VorlĂ€ufig schickte ich sie zu Onkel nach Weingarth, wo Trude schon seit der Geburt war. Mutter wollte das dritte Kind nicht daheim haben, trotzdem ich sie sehr bat, weil mir das Butzerl so leid tat. Ein GlĂŒck nur, daß ich in der Zeit sehr gut verdiente, sonst hĂ€tte ich den Unterhalt fĂŒr die 4 Personen und den Verbrauch fĂŒr Hansi und mich daheim nicht erschwingen können. Ich saß allerdings von 6 Uhr frĂŒh bis 12 Uhr nachts bei der Maschine. Und auch Hansi mußte mit angreifen, trotzdem sie erst elf Jahre alt war.

Nun, es kamen alle wieder heim. Auch Trudchen wollte ich daheim haben und Mutter gab nach. Gewissermaßen war doch ich jetzt das Haupt der Familie.

Fredy war leider schlechter geworden und meine liebe, geliebte Schwester starb am 13. Okt.1916, sie, die mir Schwester und Mutter zugleich war. Mutter war ja die beste, fĂŒrsorglichste Mutter, aber die ZĂ€rtlichkeit, die ich, wie jedes Kind, brauchte, erhielt ich nur von Valerie; dazu hatte Mutter keine Zeit.

Nun waren wir mit den 3 Kindern allein. Die ErnĂ€hrung war 1916 schon denkbar schlecht. Da kam nach unserer Meinung Hilfe fĂŒr Fredy. Br. Huber, ein mormonischer Bauer aus Oberösterreich erbot sich, das Kind kostenlos zu sich zu nehmen. Wie wir glaubten, die Rettung! Daß der Bub ĂŒberhaupt nicht gehen sollte, wußten wir nicht und hat uns auch kein Arzt gesagt. Br. Huber bestand darauf, daß sich das Kind bewegen mĂŒĂŸte. Bis zu Anfang der Schule war der Bub noch in Rottenbach, dann holte ich ihn heim. Etwa zwei Monate lang trug ich ihn in die Schule, holte und trug ihn wieder heim. Als er dann trotzdem in die Heilanstalt in Grimmenstein mußte, konnte er sich selbst weiter lesen und schreiben beibringen. So war sein Leben doch nur sehr schmerzhaft, aber nicht fad. Daß er leider mit 12 Jahren sterben mußte, nach diesem langen Leiden, barg fĂŒr uns ein tiefes Weh!

WĂ€hrend der Zeit hatte ich mich mit einem Cousin verlobt. Als er mir aber nach zwei Jahren schrieb, um die Dispens zur Heirat zu bekommen, mĂŒĂŸten wir ein Kind bekommen, löste ich die Verlobung. Kleinere Liaisons waren nicht von Bedeutung fĂŒr mich, noch dazu, da sie meist nur aus der Ferne, schriftlich, stattfanden.

Sobald ich Roberts Adresse hatte und wußte, daß er in russischer Gefangenschaft war, schrieb ich tĂ€glich eine Karte, in dem Gedanken, so wird er doch hin und wieder Post von daheim bekommen. Auch Lina schrieb, doch hat er die erste Post von mir und auch in der Folge viel mehr von mir als von ihr bekommen. Ob das Schicksal war?

Im JĂ€nner 1920 kam ein amerikanischer Bruder, Festus Fuhriman nach Wien. Hier waren in der Kirchengemeinde Streitigkeiten ausgebrochen. Es handelte sich um die Verteilung amerikanischer HilfsgĂŒter. Fuhriman sollte den Streit schlichten. Ganz ist es ihm nicht gelungen, das blieb erst einem spĂ€ter kommenden Schweizer vorbehalten.

Festus Fuhriman und ich aber wurden sehr gute Freunde und hĂ€tte er mich in der Zeit gefragt, ob ich mit ihm nach Amerika gehen wolle, hĂ€tte ich ja gesagt. Er aber schrieb mir spĂ€ter einmal, er hĂ€tte zu viel responsibility (Verantwortungsbewußtsein) gehabt. Er war nicht gesund und hatte epileptische AnfĂ€lle. Hat auch spĂ€ter nie geheiratet.

In der Zeit hatte meine Cousine Berta einen Gemischtwarenladen und da in der Schneiderei wenig zu tun war, war ich dort beschÀftigt. Als ich nun am 5. September heimkam, war Robert da. Ich fiel ihm um den Hals, ohne an Lina zu denken. Er wurde bei seiner Firma wieder angenommen und jeden Tag kam er zu uns. Lina war in der Zwischenzeit nach Bayern verzogen.

Am 21. Sept. waren Robert und ich im Kino, man spielte „20tausend Meilen unterm Meer“. WĂ€hrend der Vorstellung spielte man Schumanns „TrĂ€umerei“. Da haben sich unsere HĂ€nde gefunden, und als wir anschließend im Beethovenpark waren, zog er mich in seine Arme und kĂŒĂŸte mich. Dann sagte er mir, daß Lina einen anderen Mann gefunden und ein Kind hat, Emmy hatte es ihm schonend beigebracht. Er aber hĂ€tte mich schon immer geliebt. Er sprach dann noch mit Mutter. So waren wir verlobt. Es war eine schöne doch auch sehr sehnsuchtsvolle Zeit, denn am 23. IX. mußte Robert von der Firma aus nach Trzynietz in MĂ€hren fahren. Es blieben uns nur die tĂ€glich gewechselten Briefe.

Robert war nicht so zurĂŒckgekommen, wie er 1914 wegging. Er war in Rußland der kommunistischen Partei beigetreten und war dadurch kein richtiger Mormone mehr, wenn er auch sagte, in Österreich könnte es nie soweit kommen. Hier daheim hat er sich keiner Partei angeschlossen.

Als er dann von MĂ€hren wieder zurĂŒck war, gab es doch Unstimmigkeiten zwischen Mutter und ihm. Von Robert hörte ich nur: „Du tust nur, was die Mutter will.“ Umgekehrt von Mutter: „Du gehst nicht in die Versammlung, weil’s Robert nicht will.“ Daß ich 25 Jahre war und ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig selbstĂ€ndiger und selbstdenkender Mensch, daran dachte keine der beiden Parteien. Aber ich stand nun zwischen den beiden Menschen, die mir die liebsten waren.

Die Zeit verging und Mutter mußte sich daran gewöhnen, daß ich die Bibelstunden nicht regelmĂ€ĂŸig besuchte. Doch leitete ich immer noch den Chor und war Sonntagsschullehrerin.

Am 17. Sept.1921 heirateten wir. Da keine Wohnung zu bekommen war, mußten wir froh sein, bei Mutter im Kabinett bleiben zu dĂŒrfen. Mutter hatte uns einige Möbel geschenkt, einige hatten wir beim AltwarenhĂ€ndler gekauft. Im November 1922 kam unser erster Bub, Robert. Unsere Freude war groß, nur der Platz war klein. Als aber das bisher vermietete zweite Kabinett frei wurde, zog Mutter mit Hansi und Trude in die beiden kleinen RĂ€ume und wir konnten das Zimmer benĂŒtzen. Nun war es doch etwas leichter fĂŒr uns.

1925 trat mein Mann Ă  conto eines von ihm entwickelten und auch patentierten Zeitrelais von Siemens-Schuckert zu Siemens-Halske ĂŒber. Er wurde gleich im Juli nach Prag geschickt zu PrĂŒfarbeiten bei den in der Zeit dort aufzustellenden Gestellen fĂŒr automatische Telefoneinrichtungen.

Schon im November 1925 konnte ich mit den beiden Buben (im MĂ€rz war unser zweiter Bub, Alfred, geboren worden) zu Robert nach Prag ĂŒbersiedeln. Es war dies eine unserer glĂŒcklichsten Zeiten. Wir wohnten in einem Ă€ußeren Bezirk. Es war Wald und ein Bach da und keine, zum ersten Mal keine pekuniĂ€ren Sorgen. Bis 1928 blieben wir dort. Im Feber 1928 war die Montage aus und wir fuhren wieder nach Wien zu Mutter.

Im Jahre 1925 hatte Mutter einen Schlaganfall erlitten, hatte sich aber doch so erholt, daß sie nach Prag zu den Kindern kam, wenn wir Urlaub machten. 1926 waren wir mit zwei bekannten MĂ€deln am Hochkar und im Salzkammergut, 1927 zu siebent in der Hohen Tatra und in einer Eishöhle.

Im Herbst 1928 bekam mein Schwager Rudolf eine grĂ¶ĂŸere Wohnung in Weidlingau, im Haus, wo mein Mann aufgewachsen war, wir aber konnten in seine frĂŒhere Wohnung im selben Haus einziehen. Zwar auch nur Zimmer und KĂŒche, doch fĂŒr uns allein. Auch war ein Garten dabei, der mir wohl viel von meiner Zeit nahm, aber ebensoviel Freude machte.

Der Umzug nach Weidlingau gestaltete sich ja etwas schwierig. Robert (ich werde von jetzt an Vater schreiben, um Verwechslungen vorzubeugen), Vater also war geschĂ€ftlich in Berlin. Klein-Robert aber bekam just am letzten Tag, 31. Okt., Masern. Ich mußte das Kind natĂŒrlich bei Mutter lassen, schon mit dem Gedanken, daß Fredy selbstverstĂ€ndlich die Krankheit auch bekommt. So war es auch und ich hatte nun ein krankes Kind in Wien, eines in Weidlingau. Aber wĂ€hrend der Kleine nach 3 Tagen im Gitterbett herumsprang, bekam Robert eine sehr heftige MittelohrentzĂŒndung mit 40 Fieber, und wir konnten ihn erst zu Weihnachten heimholen. Er war sehr geschwĂ€cht und von Neujahr bis Ostern mußte ich 2 mal pro Woche mit ihm nach Wien ins Ambulatorium fahren. Zum GlĂŒck wurde es ganz ausgeheilt. Es hat sich nie wieder etwas gezeigt.

Der Bub hatte in Wien angefangen in die Schule zu geh’n und der Herr Direktor meinte, es sei besser, wenn er die Schule in Wien fertig macht. So fuhr der kleine Kerl 4 Jahre zur Schule hin und her. Vater war doch jetzt meist im Wiener BĂŒro. Ja, da muß ich noch etwas einflechten.

Als wir in Prag waren, war Vater Monteur, also Arbeiter. Da kam Anfang April die Anfrage, ob Vater nicht als Angestellter in’s BĂŒro eintreten möchte. Wir mußten da sehr ĂŒberlegen. Im BĂŒro hatte Vater natĂŒrlich keine DiĂ€ten, dafĂŒr aber Aussicht auf mehr Urlaub und im Alter auf die Pension. FĂŒr Arbeiter gab es nur 8 Tage Urlaub und keine Altersrente. Das Gehalt war wesentlich kleiner als der Lohn, den Vater jetzt bezog. Wir entschieden uns aber doch fĂŒr’s BĂŒro, da dort auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten waren. Vater brachte es spĂ€ter zum Firmeningenieur. Einmal schrieb die Firma sogar „unser Herr Oberingenieur“ nach Mailand. Vater war ja in seinem Fach sehr tĂŒchtig.

1930 im Juni wurde uns unser dritter Bub geboren. Vater hÀtte sooo gern ein MÀderl gehabt, aber es hat nicht sollen sein. Ich glaube aber, er hat sich bald damit zufrieden gegeben. Werner war ja auch ein allzuliebes Baby. Das erste Jahr hat er fast nie geweint.

Vater hatte von 1930 bis 1932 in Gmunden und AltmĂŒnster die Arbeiten der Installierung der Telefonautomaten in der Post zu leiten. Von 1932 bis 1934 war er wieder meist in Wien.

Im Februar 1935 aber mußte Vater nach Russe in Bulgarien. Es war dort eine Arbeit auf lĂ€ngere Zeit, ca. 14 Monate. Ich weiß nicht, wie wir beide die lange Trennung ertragen hĂ€tten; aber im Juli konnte ich mit Werner per Schiff zu Vater fahren. Es war eine herrliche Reise und ein beglĂŒckendes Wiedersehen! Das nĂ€chste war ja erst wieder zu Weihnachten, aber 6 Wochen konnten wir jetzt beisammen sein. Sonst gab’s nur Briefe, Briefe und nochmal Briefe!

Im Mai zogen wir wieder nach Wien. Ich hatte am Dienstag nach Ostern nach langem Suchen eine geeignete Wohnung gefunden. Zwei Zimmer und KĂŒche am Albertplatz. Vorne durch den Platz und hinten durch zusammenstoßende kleine GĂ€rten etwas GrĂŒn fĂŒr den Ausblick. Auch fĂŒr unsere 5 FahrrĂ€der war Platz; die BodentĂŒr war gleich neben der Wohnung im 1. Stock; der Stiegenaufgang war nur fĂŒr uns allein und ich bekam auch den BodenschlĂŒssel zur freien VerfĂŒgung. Es war wohl fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse teuer, doch die grĂ¶ĂŸeren Buben hĂ€tten ja doch nach Wien in die Schule, mein Mann ins GeschĂ€ft fahren mĂŒssen, so wĂ€r’s auf dasselbe herausgekommen.

Beim Umzug war ich wieder allein, Vater war ja in Bulgarien und ich konnte nur hoffen, daß ich alles, Wohnung, Möbelkauf u.s.w. zu seiner Zufriedenheit erledige. Und wie beim vorigen Umzug kam Pech. Diesmal waren wohl die Kinder gesund, aber ich mußte den Arzt verstĂ€ndigen. Ich hatte 40 Fieber. „Na, und i soll Ihna bis morgen g’sund machen.“ Sein Kommentar. Alles war gepackt, die Möbelpacker bestellt. Also umziehen und nur das Bett aufstellen, niederlegen und den Wiener Arzt rufen.

Sowohl Vaters BrĂŒder als auch meine Familie haben sich bemĂŒht, mir zu helfen, doch bat ich sie, alles steh’n zu lassen; ich hĂ€tte doch sonst nichts mehr gefunden. Nun, auch das ging vorĂŒber, und bei der spĂ€teren Schiffsreise und dem sechswöchigen Aufenthalt in Russe habe ich mich sehr erholt. Ich hatte zu wenig MagensĂ€ure, da hat mir, glaube ich, die Schafbutter mit Honig sehr geholfen.

In der Zeit, wo Vater und ich nicht beisammen waren, wurde wieder fleißig geschrieben. Fast will’s mir scheinen, wir schrieben einander mehr als wir je miteinander sprachen. Meist waren wir doch so einer Meinung, das jeweils der eine das aussprach, was der andere dachte.

Auch unsere Liebe zur Natur und zu guter (klassischer) Musik war dieselbe. Differenzen gab es höchstens mal der Kinder wegen, da dachte Vater immer, ich sei zu wenig streng. - Nun, sie sind doch alle drei tĂŒchtige Menschen geworden.

1938 kam der Anschluß an Deutschland. Robert, damals 15 Jahre und SchĂŒler der Chemieschule, gestand mir, daß er schon illegal bei der Partei sei; wahrscheinlich von den Kameraden angesteckt. Fredy, der noch zur Hauptschule ging, war weniger begeistert. Er war bei den Pfadfindern und Ă€rgerte sich, daß sie aufgelöst wurden. Als er aber spĂ€ter durch seinen sehr nationalgesinnten Lehrer dazu bestimmt wurde, bei einer Donaufahrt die Schulklasse zu befehligen, war auch er fĂŒr die Sache eingenommen. Er wurde sehr bald HJ-FĂŒhrer und als solcher dann auch nach Polen geschickt. Anschließend wollte man Fredy in eine Adolf-Hitler-Schule ĂŒbernehmen. Vater und ich waren aber dagegen, weil wir nicht ganz an den Bestand der Sache glaubten. Erst als man dann Werner 12jĂ€hrig auch fĂŒr die Hitlerschule geeignet erklĂ€rte, sagten wir ja, hauptsĂ€chlich weil wir annahmen, daß es dem Buben besser gehen wird als in der Kriegszeit daheim, wo es Not an Kleidung und Schuhen gab.

1941 mußte Robert einrĂŒcken, durfte aber noch daheim schlafen. Die beiden MĂ€deln Hansi und Trude hatten gleich 1938 Arbeit gefunden. Trude, die in der Zwischenzeit die StaatsprĂŒfung als Stenotypistin gemacht hatte, wurde bei der D. A. F. angestellt, Hansi hatte erst noch NĂ€harbeiten, kam aber 1940 als BrieftrĂ€gerin zur Post. Auch meine arbeitslosen SchwĂ€ger hatten wieder Arbeit. Es hatte den Anschein, als ginge es aufwĂ€rts.

Mutter war öfter auf ein paar Wochen zu uns gekommen. Im Okt.1941 kam sie wieder, weil Hansi auf Urlaub fuhr und Trude im September geheiratet hatte. Als nun Hansi vom Urlaub zurĂŒckkam, wollte Mutter wieder heim. Ich bat sie, bei uns zu bleiben, weil sie ja doch zu Weihnachten wieder kommen wĂŒrde, und sie willigte ein. Das VerhĂ€ltnis meines Mannes und meiner Mutter war ja nun ein ganz Gutes. Am 4. JĂ€nner hatte Mutter einen neuerlichen Schlaganfall. Sie war geistig frisch bis zur letzten Minute, starb aber am 9. I.1942. Nur Hansi und ich waren bei ihr. Ich hatte sie bei der Hand und spĂŒrte, wie ihr Leben entfloh.

Robert bekam noch Urlaub vom MilitĂ€r, um seine Matura zu machen. Dann aber ging’s an die Front. Robert war GebirgsjĂ€ger, Fredy, dessen EinrĂŒckung auch nicht mehr lange auf sich warten ließ, kam zur Marine, Werner war in Sonthofen in der Hitlerschule. Ja, fast hĂ€tte ich vergessen: Fredy kam nach der Schule zu Siemens & Halske in die Lehre als Fernmeldemonteur.

Nun aber waren die beiden beim MilitĂ€r und auch Trudes Mann Fritz war an der Front. Im Dezember 1942 bekam Trude einen Buben, Fritz. Leider wurde das Kind mit 2 Jahren tuberkulos und starb Anfang Feber 1945. 8 Tage bevor Trudes zweiter Bub, Dieter, zur Welt kam. Fritz verlor in der Zeit an der Front ein Bein. Auch wurde, nachdem das Kind gestorben war, konstatiert, daß Fritz tuberkulos war. Er lag also 1945 im Spital, als man den Frauen nahelegte, zu evakuieren. Trude aber wollte nicht weggehen und Fritz allein lassen. So ging Fritz aus dem Spital und mit ihr und dem SĂ€ugling nach SchĂ€rding in Oberösterreich. Man kann sich die Beschwerlichkeit vorstellen.

Einerseits ein GlĂŒck, daß unsere Mutter im JĂ€nner 1942 starb, denn die böse Zeit der Fliegerangriffe kam bei uns ab September 1944. Es wĂ€re fĂŒr Mutter eine Qual gewesen, tĂ€glich, meist um 11 Uhr vormittag, in den Keller zu wandern. Das blieb ihr erspart.

Ja, am 15. Sept.1944 hatten wir den ersten Angriff auf unser Haus. Es fiel aber nur die Seite (der Trakt) Breitenfeldergasse. Wir hatten nur zerbrochene Fensterscheiben und unser Luster saß auf dem darunterstehenden Tisch. Aber fast hĂ€tte man uns nicht in unsere Wohnung gelassen. Vater und ich waren spazieren im Wald und wĂ€hrend des Angriffs im Keller der Ottakringer Feuerwehr. Als wir nun vom Berg heruntergingen, hörten wir Klavierspiel. Da dachten wir: „Das Leben geht weiter.“ Aber wir sahen auch, daß der Angriff just in unserer Gegend gewesen sein mußte und so war es auch. Rundum waren die Straßen durch die Polizei abgesperrt und wir hatten viel MĂŒhe, den Polizisten begreiflich zu machen, daß wir in dem abgesperrten Gebiet wohnen.

Nun, der nĂ€chste Angriff in der Gegend war am 5. November; da brannte es im Dorotheum in der Feldgasse. Mein Mann, dem das Amt eines Blockwarts zugeteilt war, war eifriger Leiter der Löscharbeiten. Bekam auch ein Lob und eine Geldbelohnung, die er aber, seinem Charakter gemĂ€ĂŸ, an die Helfer verteilte. Als er heimkam und die Stiefel auszog, schwamm die ganze KĂŒche. Der dritte Angriff bei uns war am 15. JĂ€nner 1945. Da waren dann schon fast alle HĂ€user am Albertplatz teils oder ganz bis zum Grund kaputt. Auch die HĂ€user der Breitenfeldergasse. Als wir am Morgen des 16. I. zum Fenster hinausschauten, sahen wir, wie das Feuer im Nebenhaus wieder aufflammte. Da gingen Vater und ich ganz allein löschen. Durch den Angriff auf unser Wohnhaus waren einige Parteien obdachlos. Wir haben alle in unserer Wohnung untergebracht. Auch war im Haus kein Gas und kein Licht mehr, wir aber hatten noch einen Herd in der KĂŒche. Eingeheizt wurde alles demolierte Holz, das herumlag. Bei uns selbst waren im Lauf der drei Angriffe 72 Fensterscheiben kaputt gegangen. Wir mußten die Fenster mit Brettern vernageln. Teilweise setzten wir auch GlĂ€ser aus Bildern ein. Auch einen großen Spiegel kratzen wir ab, um wenigstens etwas Licht in die Wohnung zu bekommen. Als wir just bei der Arbeit waren, kam Roberts Major, um uns Nachricht von ihm zu bringen. Die Arbeit sehen, den Rock ausziehen und helfen, war eins. Er bekam aber dann auch was Gutes zu essen.

Wir hatten ja eine vorbildliche Hausgemeinschaft. Die VorrĂ€te, die jeder hatte, wurden zusammengebracht; es wurde gemeinsam gekocht. Meist kochte Frau Bauer, sie war aus einem Bauernhaus und hatte einiges mehr als wir andern. Einige waren hamstern gegangen; ich hatte viel aus Stang, unserer Sommerfrische, denn ich nĂ€hte dort bei den Bauern und bekam allerlei Lebensmittel. Auch Obst sammelten und dörrten wir, sogar die kleinen Waldkirscherln. Von unserer Hausfrau bekamen wir die Buttermarken; weil sie genug Schmalz hatte. So kamen wir ĂŒber die schlechte Kriegs- und noch schlechtere Nachkriegszeit hinweg.

Da war noch eine Episode: Am 2. Mai kamen die Russen in unseren Bezirk. Auf der Alserstraße wurde zwei Tage gekĂ€mpft, und ĂŒber die Stadtbahnviadukte pfiffen die Stalinorgeln. Wir hatten uns alle im Keller Pritschen aufgestellt und schliefen unten. Am 3. V. kam Herr Bauer von draußen und sagte: „Draußen liegt ein totes Pferd.“ Er und ich gingen mit einem großen Weidling hinaus, auch andere waren schon gekommen. Nun wurde das Pferd nach allen Regeln der Kunst (oder sonstwie) transchiert. Jedenfalls hatten wir fĂŒr 10 Tage fĂŒr 10 Personen Fleisch in FĂŒlle. Als nur mehr der Kopf und die Knochen da waren, meinte einer der Anwesenden, das wĂ€re noch eine gute Suppe. Ich holte eine Hacke, wir teilten die Knochen, dann öffneten wir das Kanalgitter und weg war auch der Kopf.

2 Tage nach diesem Ereignis kam Hansi von Mariahilf um zu schauen, wie’s uns geht. Teilweise waren LebensmittelgeschĂ€fte geöffnet und ich ging zu erkunden, ob man etwas kaufen kann. WĂ€hrend ich weg war, kam ein Russe „Ura, Ura!“ Hansi, die ihre Uhr innerhalb des Kleides am HemdtrĂ€ger befestigt hatte, sagte, trotzdem er ihr das Gewehr an die Brust hielt, sie habe keine. So wurde die Uhr ihr erhalten. Von den anderen Hausparteien bekam er aber doch noch einige Uhren. Nach diesem Zwischenfall gingen Hansi, Frau Bauer und ich nochmals schauen, ob der Konsum Ware ausgibt. WĂ€hrend wir die Albertgasse hinaufgingen, kam ein Flieger und wir spĂŒrten, daß wir alle drei verwundet waren. Frau Bauer hatte es am Popo erwischt, Hansi hatte einen Streifschuß am Unterschenkel; ich selbst hatte einen Steckschuß beim Knöchel, DurchschĂŒsse an Kleid und Ärmel und einen Streifschuß am Hinterkopf. (Waren wahrscheinlich Göller, denn als man mir nach ca. 3 Wochen den Knöchelschuß operierte, war’s nur ein Ding wie ein grĂ¶ĂŸeres Fenchelkorn.)

Am nĂ€chsten Tag kam ein russisches MilitĂ€rkommando und quartierte sich im Haus bei Frau Waller ein. Frau Waller selbst schickten sie zu uns schlafen, weil sich’s nicht schickt, daß sie in derselben Wohnung mit ihnen bleibt. Aber wie die Wohnung nach drei Tagen, als sie abzogen, ausschaute, darf man nicht fragen.

Nun dachten wir, es wĂ€re alles vorĂŒber und sperrten das Haustor. Aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn kaum hatten wir in unserer Wohnung Matratzen und Bettzeug zusammengetragen, erschien ein russischer Leutnant mit 9 OffiziersanwĂ€rtern und erklĂ€rte unser Schlafzimmer als ihr „Quartira“. Was blieb uns anderen ĂŒbrig, als kreuz und quer auf und unter dem Klavier u.s.w. zu schlafen. Nun waren 10 Personen im Schlafzimmer und 8 Personen im Wohnzimmer. 3 weitere, unsere Hausfrau, eine zweite Frau und ein FrĂ€ulein, konnten wir durch ein Loch in unserer KĂŒchenmauer in die Nachbarwohnung stecken. Das Loch war bei dem letzten Bombenangriff entstanden, wir hatten nur unseren KĂŒchenkasten davorgestellt. Durch diese Öffnung mußten wir auch das Essen fĂŒr die drei Leute durchstecken. NatĂŒrlich mußten sie sich drĂŒben ganz ruhig verhalten und auch nicht zum Fenster gehen, um nicht aufzufallen. Gekocht konnte nur bei uns werden, da in unserer Wohnung ein Herd war. Gas und ElektrizitĂ€t war ja nicht vorhanden. Da ich Ă  conto meiner Knöchelverletzung nicht gut gehen konnte, ging’s mir eigentlich sehr gut. Frau Bauer kochte, Frau Waller rĂ€umte auf und ich lag faul im Bett und schaute auf den blĂŒhenden Marillenbaum im Nachbargarten. Das Wetter war damals ja herrlich. Weggekommen sind uns in der Zeit unsere 5 FahrrĂ€der, Vaters Hemden bis auf eines und die MĂ€ntel unserer Buben. Aber alles nicht durch unsere Einquartierung; mit der hatten wir keine Schwierigkeiten.

Nun, auch das ging vorĂŒber. Im Juli machten wir uns auf, um zu Fuß nach Stang zu gehen. Wir hatten zwei RĂ€der mit einem Brett verbunden, darauf kam unser Rucksack mit dem Notwendigsten. Den ersten Tag gingen wir bis Baden. Dort konnten wir in einem Haus unserer Wiener Hausfrau ĂŒbernachten. Den nĂ€chsten Tag gingen wir weiter. Zwischen Wiener Neustadt und Erlach trafen wir einen Bauern mit einem Leiterwagen. Er hatte Birnen zur Stadt gebracht und fuhr nun leer zurĂŒck. Wir boten uns an ihm zu helfen und legten unsere Sachen auf den Wagen. So zogen und schoben wir zu dritt und da es schon finster wurde, sagte der Mann, er werde schauen, ob wir nicht alle drei in Erlach bei einer ihm bekannten Frau schlafen könnten. Die Frau sagte zum GlĂŒck ja, so mußten wir erst am nĂ€chsten Morgen weiter. Wir halfen dem alten Mann noch bis heim in die Schlatten. Als wir dann den Berg hinauf gegen Bromberg kamen, begegneten uns russische Reiter. Kein sehr angenehmes GefĂŒhl, aber es passierte nichts. Gegen Mittag kamen wir nach Stang und wurden freudigst begrĂŒĂŸt.

Nun saßen wir eines Tages nach dem Mittagessen beim Wirt (Beisteiner) in der KĂŒche, da öffnete sich die TĂŒr und herein kommt ein schwarzhaariger Bub in HJ-Umhang. Ehe ich mich noch besann, schrie Helli, die mittlere Wirtstochter: „Jö, der Werner!“ Die Freude war groß, wurde aber noch grĂ¶ĂŸer als Werner sagte: „Der Bobby steht auch draußen.“ Die beiden BrĂŒder hatten sich getroffen. Robert, der bei Vaters Vetter in Aussee war, erfuhr dort, daß Werner in Ischl im K. L. V.-Lager (Kinderlandverschickung) war, ging nach Ischl und traf auf der Straße einen Jungen, den er nach dem K. L. V.-Lager fragte. Auf die Antwort, daß er selbst dorthin gehe, fragte Robert: „Kennst du einen Schröfl?“. „Das bin ich ja selber!“ war die Antwort. Die BrĂŒder hatten sich nicht erkannt. Nun hatte Robert in SchĂ€rding bei Trude erfahren, daß wir in Stang seien und sie kamen miteinander heim. Robert ging zwar nochmal ĂŒber die Russenzone zurĂŒck, kam aber doch gut wieder.

Von Fredy wußten wir nur, daß er zuletzt auf der Insel Guernsey stationiert war und nahmen an, daß er in englischer Gefangenschaft sei. Die BestĂ€tigung kam. Am 27. XII.1945 erhielt ich eine Karte von ihm. Vater war schon weg, als der BrieftrĂ€ger kam. Er fuhr von einer Straße seitlich vom Rathaus mit einem Autobus weg. Ich nahm die Karte und lief, was ich laufen konnte, um ihm die Post, daß der Bub lebt, vielleicht noch bringen zu können. Ich habe Vater auch noch erreicht; wenn auch einige Leute unterwegs vielleicht dachten, ich sei verrĂŒckt, so war’s mir doch eine Freude, die ich Vater so schnell als möglich mitteilen mußte, um auch ihm die Sorge um das Kind zu nehmen. Im August 1946 kam Fredy heim.

Nun waren wir doch wieder alle beisammen. Die beiden Großen fanden Arbeit. Werner ging erst in die Schellinggasse, dann auf die Akademie der bildenden KĂŒnste und wurde Architekt. Ich hatte erst Bedenken, ob man ihm nicht wegen der Hitler-Schule Steine in den Weg legen wĂŒrde, aber der Herr Direktor meinte: „Da kann der Bub ja nichts dafĂŒr.“ War fĂŒr uns natĂŒrlich eine große Erleichterung. Die beiden Großen haben ja spĂ€ter ihren eigentlichen Beruf aufgegeben und sind nun beide Betriebsberater.

Am 19. Juli 1947 heiratete Fredy, am 19. August desselben Jahres Robert.

Vorher war es manchmal recht lustig bei uns. Wir hatten Ă  conto der BombenanschlĂ€ge im Schlafzimmer 6 und im Wohnzimmer 4 StĂŒtzen. Die Kinder benĂŒtzten diese, um sie fĂŒr ein Krampusfest oder spĂ€ter auch fĂŒr einen Hausball zu schmĂŒcken. Jedenfalls war man fröhlich und freute sich, daß die böse Zeit des Krieges vorbei war.

Robert wohnte nun bei seinen Schwiegereltern, Fredy und Frau bei Hansi. 1948 wurde jedem der beiden ein MĂ€dchen geboren. Am 24. Juli bei Robert Christa, am 5. November bei Fredy Lisl.

Robert war in der Zeit in Linz im Stickstoffwerk, seine Frau Maria arbeitete im BĂŒro der Fa. Franck. Erst hatten sie nur ein kleines Dachkammerl zur VerfĂŒgung, konnten dann aber in Pulgarn bei Steyregg zwei RĂ€ume (wohl durch einen Gang getrennt) bekommen. Es wĂ€re wenigstens landschaftlich sehr schön gewesen, wenn die Beiden nicht solches Pech gehabt hĂ€tten. Kurz vor Christas Geburt wurde Robert durch eine Explosion im Gesicht besonders bei den Augen und auch an Hals und Brust verletzt. Es ist nach einer Zeit noch gut vorĂŒbergegangen, zur Augenoperation mußte er in die Wiener Augenklinik.

Nun wurde Christa geboren und Maria bekam wĂ€hrend der Zeit Typhus und anschließend Lungen- und RippenfellentzĂŒndung, noch in einer Zeit, wo viele Medikamente fehlten. Erst nach zwei Monaten kam Maria heim; der SĂ€ugling wurde inzwischen von Marias Mutter betreut. Nun, da Maria wieder daheim, aber sehr geschwĂ€cht war, war Roberts Schwiegermutter heim- und ich nach Linz bzw. Pulgarn gefahren. Als am 5 November die Ankunft Lisls gemeldet wurde, mußte ich wieder nach Wien zurĂŒck, um meiner zweiten Schwiegertochter in der ersten Zeit etwas beizustehen. Zum GlĂŒck gab’s da keine besonderen Schwierigkeiten.

Als Robert einen Posten in Wien bekam, kam er mit Familie nach Hause zu Marias Eltern. Nun hatten wir zwei Enkelkinder, die uns viel Freude machten. SpĂ€ter bekam Fredy in Weidlingau eine Wohnung bei MĂŒhlndorfers, meines Mannes JugendgefĂ€hrten. Als Lisl ca. 2 Jahre alt war, kam sie schon in den Kindergarten. Trude, Fredys Frau, ging wieder halbtags arbeiten. SpĂ€ter, als sie wieder den ganzen Tag im BĂŒro war, brachte sie am Montag frĂŒh das Kind zur Stadtbahnstation Meidling, ich holte Lisl dort ab und brachte sie Samstag wieder nach Meidling, wo Trude sie wieder abholte. Da Lisl im November geboren wurde, also erst mit fast 7 Jahren zur Schule kam, besuchte sie viereinhalb Jahre den Kindergarten. Sicher eine Seltenheit.

Wir hatten das Kabinett der Nachbarwohnung dazubekommen, so daß wir Fredy mit Frau und Kind bei uns aufnehmen konnten, als sie wegen RĂŒckkehr einer verheirateten Tochter MĂŒhlndorfers ihre Wohnung in Weidlingau verloren. 1953 heiratete auch Werner und bezog eine eigene Wohnung.

1951 hatten Vater und ich eine Jahreswohnung in Klingfurth gemietet. NĂ€heres darĂŒber in Vaters „Wie Mutter und ich in Klingfurth heimisch wurden“ nachzulesen.

Im Juni 1955 wurde Roberts Ehe getrennt, das Kind Christa und die vorhandenen Möbel blieben Maria; die schon bezahlte Eigentumswohnung Robert.

Im September 1957 heiratete Robert zum zweiten Mal und wurden ihm 1961 ein Bub Paul und 1964 ein MĂ€dchen Grete durch seine zweite Frau Lisl geschenkt.

Im Mai 1957 ging Vater in Pension. Von da an waren wir natĂŒrlich sehr viel in Klingfurth. FĂŒr Vater gab es sehr viel zu basteln fĂŒr unsere Wohnung, fĂŒr mich Arbeit im Garten. Auch konnten wir unserer Liebe zur Natur durch reichliche lange SpaziergĂ€nge frönen. Ein gutes Radio hatten wir auch, so daß auch unserem Musikempfinden GenĂŒge getan wurde.

Wir waren glĂŒcklich. Zum ersten Mal ohne Nebenerscheinungen. Als wir 1960 die Pacht des Hauses im Verein mit Robert und Werner erhalten hatten, war’s natĂŒrlich noch schöner. Am schönsten aber wurde es, als Lisl durch Erbschaft instand gesetzt wurde, das Haus zu kaufen (siehe Bericht Vaters).

Leider hatte Vater im Juli 1973 kurz nacheinander zwei leichte SchlaganfĂ€lle. Nun, das ging bald vorbei. Zu Ostern 1974 aber wurde Vater krank, bekam Gelbsucht und mußte sich einer Gallenblasenoperation unterziehen. Ich war ja tĂ€glich bei ihm, werde aber nie vergessen, mit welch traurigen Blicken er uns scheiden sah, wenn die Kinder oder ich wieder gehen mußten. Nun, am Pfingstsamstag durfte er nach ĂŒberstandener Operation wieder nach Hause. Er war sehr abgemagert, er hatte nur noch 48 kg. Als Vater vom Spital kam, fuhren wir erst einmal nach Tatzmannsdorf. Nicht zur Kur, aber zur Erholung.

Einmal schrieb ich Vater so ungefĂ€hr, er mĂŒsse mit einem Viertel meiner FĂŒrsorge auskommen, weil ja auch die drei Kinder ihren Teil beanspruchen. Wenn er dann mit mir allein ist, gehört all’ meine Pflege nur ihm. Darauf schrieb er zurĂŒck, er freue sich schon, wenn er als „Mummelgreis“ von mir verhĂ€tschelt werden wĂŒrde. Nun war er wohl trotz seiner 81 Jahre kein „Mummelgreis“ geworden, aber immerhin so pflegebedĂŒrftig, daß ich ihn gern verhĂ€tschelte, um ihn wieder auf die Beine zu bringen. Ich war froh und glĂŒcklich, seine Genesungsfortschritte zu sehen.

Im folgenden Jahr (1975) kam leider ein schwerer Schlaganfall. Vater war linksseitig gelĂ€hmt und konnte auch schwer sprechen. Ich mußte ihn ins Bett hinein, aus dem Bett heraus heben, jeden Bissen vorschneiden und in den Mund stecken. Zum GlĂŒck hat sich das schon nach wenigen Wochen gebessert und bald konnten wir auch wieder ein wenig hinausgehen. Sein Lebenswille hat da bestimmt sehr viel mitgeholfen.

Noch ca. 3 Jahre konnte er sich an der Natur erfreuen. Er machte noch tĂ€glich vormittags seinen Spaziergang mit dem Hund, nachmittags mit dem Hund und mit mir. Hatte auch immer noch viel Freude an Besuchern. Am meisten Freude aber, glaube ich, hatte er an der neuen Stereoanlage, die ihm Robert zu seinem 85. Geburtstag schenkte. Nun konnte er sich noch mehr an den vielen schönen Platten, die wir hatten, oder an schöner Radiomusik erfreuen - und ich freute mich mit ihm. Auch das Aufnehmen manch guter Musik war Freude fĂŒr ihn. Leider nur mehr genau 11 Monate, denn einen Monat vor seinem 86. Geburtstag starb er. Wir hatten noch nachmittag einen Spaziergang gemacht, doch ging’s ihm schon am Heimweg sehr schlecht, so daß ich sofort den Arzt anrief. Er kam auch gleich, aber die Schmerzen wurden immer Ă€rger - und ich konnte ihm nicht helfen. Als alles nichts nĂŒtzte, fielen mir die schmerzstillenden ZĂ€pfchen ein, die er fĂŒr Nierenschmerzen hatte. Ich gab ihm eines. Er bat: „Gib mir noch so ein Zapferl.“ Es war 2 Uhr und nun kam der letzte verstĂ€ndliche Satz: „Du solltest eigentlich schlafen.“ Immer noch die Sorge, das Denken an mich! Ich legte mich nieder und schlief leider wirklich ein. Als ich um 3 Uhr wieder aufwachte, atmete Vater so schwer und schnell wie eine Dampflokomotive. Nur ein Wort kam noch ĂŒber seine Lippen: „Eine
“ und als ich fragte: „Vater, was möchtest denn?“ noch einmal „Eine
“, dann nur mehr das schwere Atmen und der eisige Schweiß, der alles durchnĂ€ĂŸte. So lagen wir, ich seine eiskalte Hand in der Meinen (wenn er es nur noch gefĂŒhlt hĂ€tte!), bis etwa halb 6 Uhr. Da kam das Todesröcheln. Ich drĂŒckte ihm die Augen zu. Weinen konnte ich bis heute nicht, nur unentwegt tut mir das Herz weh.

Eine Freude hatte Vater noch vor seinem Tode. Am letzten Wochenende im August kamen Albert und Frau, Richard mit Frau, Söhnen, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Es war noch einmal eine grĂ¶ĂŸere Familienversammlung, wie er’s so gern hatte.

Seit Vaters Tod ist alles nicht mehr so bedeutungsvoll fĂŒr mich. Ich sehe die Natur, sie ist schön; ich höre gute Musik, auch die ist schön: aber es fehlt der Mensch, der alles dies mit mir teilte, der allem die richtige Bedeutung gab.

Will jemand NĂ€heres ĂŒber unser VerhĂ€ltnis zu einander wissen, dann sind ihm unsere Briefe von 1914 bis 1942 zu lesen empfohlen. Da schon so lange Zeit darĂŒber verflossen ist, wird oder wĂŒrde auch Vater nichts dagegen haben, wenn sie von anderen gelesen werden.

Eure Ahne

Grete Schröfl

Juli 1981

Nun ist das 86. Jahr meines Lebens abgeschlossen, und auch das Abschreiben unserer ca 20 Jahre umfassenden Korrespondenz ist beendet. Es war eine langwierige Arbeit, doch hat mir das ZurĂŒckrufen vergangener Zeit Freude gemacht. Es war manche weniger schöne, aber viele schöne Erinnerung dabei.

Vielleicht wird der oder die Eine oder Andere es lesen und etwas von unserem Charakter auch in sich spĂŒren. Außerdem ist es ein kleines Zeitdokument. Es kann Euch die VerhĂ€ltnisse unserer Zeit nĂ€her bringen und vielleicht manches in unserem Verhalten unseren Kindern gegenĂŒber erklĂ€ren. Besonders Vater hatte oft Sorgen um ihre Zukunft. Gott sei Dank grundlos!

Mutter


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